Das Elend der Ferkel: Die betäubungslose Kastration

Jedes Jahr werden alleine in Österreich über 2,5 Millionen Ferkel bei vollem Bewusstsein kastriert. In einem Alter bis zu sieben Tagen ist das völlig legal. Dabei werden ihnen die Hoden mit Zange oder Skalpell entfernt, was zu großen Schmerzen bei den Tieren führt. Der einzige Grund, wieso sie dabei nicht betäubt werden, liegt in den höheren Kosten.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage zeigt, dass über 80% der Bevölkerung sich ein Ende dieser Qualpraxis wünscht. Doch ganz viele wissen überhaupt nicht, dass ein derartiger Umgang mit Tieren in den heimischen Ställen legal ist und daher hat sich bislang noch kaum öffentlicher Widerstand geregt. Zeit für eine Änderung.

Eine flächendeckende Abschaffung der betäubungslosen Ferkelkastration wird jedoch nur über den gesetzlichen Weg erreicht, nicht an der Supermarktkassa und schon gar nicht in Gastronomie und öffentlichen Küchen. Denn dort erfahren KonsumentInnen in der Regel nicht wo und wie das Tier gelebt hat, welches letztlich auf ihren Tellern landet.

Tierwohl ins Zentrum stellen

Ebenso müsste sichergestellt werden, dass Fortschritte in den Ställen nicht auf Kosten der BäuerInnen gehen. Denn niemand hat was davon, wenn das KleinbäuerInnen-Sterben weitergeht. Daher wäre hier der Gesetzgeber gefordert in den Fördermaßnahmen jene Formen der Landwirtschaft zu fördern, die das Tierwohl ins Zentrum stellen.

Auch deswegen gibt es das Tierschutzvolksbegehren. Weil das Elend der Ferkel beendet werden muss und eben nicht alles dem freien Markt überlassen werden kann und darf. Wo die Tierqual noch immer zum Alltag gehört, braucht es eine gesetzliche Änderung. Mit genügend Druck von unten kann das auch gemeinsam erreicht werden.


Mehr Informationen zu dem Thema finden sich auch hier bei FairFerkel – Bündnis für mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung