Tiertransporte: Das legale Unrecht auf unseren Straßen

Zigtausende Tiere werden jährlich in Österreich geboren und dann in ferne Länder transportiert. Auch in solche, wo es keinerlei Schutz für sie gibt. Wo sie von der Ankunft weg misshandelt und später in bestialischer Weise geschlachtet werden. Wir alle wissen, dass das Unrecht ist – aber es geschieht völlig legal. Das bestehende System fördert es sogar noch.

Die Videoreportagen der Tierschutzorganisationen dokumentieren seit Jahren das unerträgliche Leid mit dem Tiere in Transporten konfrontiert sind. Selbst die laschen Gesetze werden zu oft nicht eingehalten, auch weil es kaum Kontrollen gibt. Die Politik redet sich nur allzu gerne auf die EU aus. Doch sie könnte in Wahrheit viel mehr machen.

Denn die Anzahl der Kontrollen auf unseren Straßen, im letzten Jahr exakt 1.446 Stück, wird nicht von der Europäischen Union sondern vom Gesundheitsministerium festgelegt. Auch die Anzahl der AmtstierärztInnen, derzeit rund 200 Vollzeitäquivalente für ganz Österreich, die diese Kontrollen durchführen müssen, wird von der Politik bestimmt. Der unglaubliche Mangel bei der Kontrolle ist demnach hausgemacht.

Doch das Geschäft mit den Tiertransporten boomt weiter. Jedes Jahr steigt die Anzahl der lebendig transportierten Tiere auf unseren Straßen, mittlerweile sollen es schon über 100 Millionen sein. Neben Tierleid werden dabei Unmengen an Feinstaub produziert. Auch die Anzahl der Exporte steigt kontinuierlich, bis zu 250.000 Tiere pro Jahr verlassen Österreich in Richtung Türkei, Aserbaidschan und bis nach Afrika.

Es gäbe Möglichkeiten der Verbesserung. Etwa die Förderung der mobilen Schlachtung und der Schlachtung am Hof. Das würde schon viel verbessern. Der einzige Grund wieso das nicht geschieht ist, weil der Transport von lebendigen Tieren viel lukrativer ist als die Vor-Ort-Schlachtung und der Transport von Fleisch, das verpackt und gekühlt werden muss. Der Profit ist wichtiger.

Und so rollen die Tiere weiter über tausende Kilometer, sie sterben weiter aus Erschöpfung und mangelnder Versorgung in den überhitzten Transporten, sie werden weiterhin in gewissen Ländern malträtiert. Das können wir nicht an der Kassa ändern. Das können wir nur durch Druck von unten bewirken. Auch deswegen gibt es unser Tierschutzvolksbegehren.

Doch dieses ist nur so stark, wie sich Menschen an ihm beteiligen. Als AktivistInnen in ihren Gemeinden in ganz Österreich, als Teil einer Bewegung der TierfreundInnen. Als SpenderInnen, ganz gleich mit welchem Betrag. Als VertreterInnen des Anspruches, dass Tiere endlich wie Lebewesen behandelt werden. Es ist Zeit für einen Wandel.


Foto: VGT Austria