Warum Billigfleisch uns allen am teuersten kommt

Ein Kilo Putenfleisch um 1 Euro, ein Kilo Schweinefleisch um 3 Euro. Diese bizarren Dumping-Preise kommen uns alle teuer zu stehen und sind nur möglich, weil wir kräftig dafür zahlen. Und zwar gleich, ob wir es nun kaufen oder nicht. Denn unser Steuergeld steckt bereits drin, wenn es im Kühlregal landet. Und die Folgekosten für die Produktion, die Schäden an Umwelt und Klima, die werden noch unsere Kinder und Enkelkinder begleichen müssen. Wieso das Billigfleisch in Wahrheit am teuersten ist – ein schneller Überblick.

Wären die realen Kosten für ein Kilogramm Fleisch an der Kassa oder im Restaurant zu bezahlen, es würde sich wohl kaum jemand leisten können. Denn wenn man die Zerstörung des Regenwalds miteinbezieht, die beim Anbau der genmanipulierten Futtermittel für die Mast entsteht, die Schäden fürs Klima beim Transport um die halbe Welt einrechnet oder die negativen Auswirkungen der Intensivtierhaltung für Böden und Gewässer – dann ist man schnell bei exorbitanten Kosten. Und das ist die Realität.

Dabei reden wir da noch nicht einmal von den Kosten, die dem Leid der Tiere zugerechnet werden könnten. Denn für ihre Schmerzen und ihre Angst gibt es keinen Preis, der hoch genug wäre. Und machen wir uns nichts vor, die konventionelle Fleischproduktion ist weder idyllisch noch für irgendwen wertvoll, sie schadet den Tieren, sie schadet der Umwelt und sie schadet auch den nachfolgenden Generationen. So ehrlich sollte man zu sich selbst schon sein, auch wenn man sich entscheidet dieses Fleisch weiterhin zu konsumieren.

Was die Welt kaputt macht, sollte teurer sein

Der Preis des Fleisches setzt sich aber nicht nur aus den nicht-abgebildeten realen Kosten zusammen, sondern wird auch noch gefördert. Denn die Produktion von Fleisch wird massiv mit unserem Steuergeld subventioniert. Die Entscheidung darüber trifft niemand von uns an der Kassa, die wird ausschließlich in der Politik getroffen. Zum Teil auf europäischer Ebene, zum Teil aber auch in Österreich. Und so kommt es, dass jenes Fleisch, das am schlechtesten für Tiere, Umwelt und Menschen ist, am wenigsten kostet.

Ist das nicht absurd? Ja, natürlich. Denn in Wahrheit sollte es genau umgekehrt sein. Viel logischer wäre doch, dass jene Produkte, die für Menschen, Tiere und Umwelt nachträglich sind, weniger Förderungen und Subventionen erhalten und höher besteuert werden, während jene Lebensmittel, für deren Erzeugung weniger Schaden angerichtet wurde, mehr staatliche Unterstützung erhalten. Gut für die Tiere, gut für die Umwelt, gut für unsere Gesundheit und auch gut für unsere heimische Landwirtschaft.

Denn dann würde automatisch im Supermarkt und Restaurant das Bio-Rind aus Österreich nicht mehr das teuerste Produkt sein, sondern das günstigste. Die polnische Qualzucht-Pute oder das ukrainische Horror-Huhn hingegen wären so absurd teuer, dass es niemand mehr kaufen würde. Und was würde dann passieren? Exakt: Eine Tierwohl-Revolution. Denn dann könnten unsere Bauern auch tier- und umweltgerecht produzieren, ohne dass sie ihre Existenz aufs Spiel setzen. Und wir alle würden davon profitieren.

Ein Traum? Nein, vielmehr eine Notwendigkeit und auch eine echte, reale Möglichkeit. Mit dem Tierschutzvolksbegehren setzen wir einen großen Schritt in diese mögliche bessere Realität. Hilf uns dabei. Werde selbst Teil unserer Bewegung. Sorgen wir für eine bessere Zukunft. Für die Tiere. Für unsere Umwelt. Für unsere Nachkommen. Los geht’s!