Qualvolle Tiertransporte ins Ausland stoppen!

Das Tierschutzvolksbegehren begrüßt den Export-Stopp von Kälbern in Vorarlberg und ruft alle Entscheidungsträger zum Dialog.
Wie gestern bekannt wurde, werden Tiertransporte in Vorarlberg von der Veterinärbehörde nicht mehr abgefertigt, wenn der endgültige Bestimmungsort nicht angegeben wird. Damit soll verhindert werden, dass Gesetze ausgehebelt und Tiere unzumutbaren Bedingungen ausgesetzt werden. Denn diese befinden sich mitunter 20 Stunden und länger in Transporten, etwa nach Spanien, und werden dabei grauenhaft versorgt. Dazu zählen etwa unzureichende Wasserversorgung, nicht eingehaltene Ruhezeiten und nicht durchgeführte Versorgungsaufenhtalte.

„Wir freuen uns, dass der Aufschrei nach den Enthüllungen und Medienberichte rund um die Stellen Bozen und Bergheim nun zu Bewegung führt. Das Bewusstsein steigt, dass man Tiere in Transporten nicht wie Objekte behandeln darf – auch, weil die Bevölkerung nicht länger bereit ist, bestehende Missstände hinzunehmen. Ein wichtiger erster Erfolg, nun gilt es das gesetzlich zu verankern und Alternativen zu fördern“ so Sebastian Bohrn Mena, Initiator des Tierschutzvolksbegehrens.

Verschärfungen bei Tiertransporten und ihre grundsätzliche Minimierung sind zentrale Punkte des Tierschutzvolksbegehrens. Fleischtransporte sollen Lebendtransporte ersetzen, Transporte maximal 4 Stunden dauern, hochträchtige Tiere nicht zur Schlachtung transportiert, Kälbertransporte nicht mehr zugelassen werden. Mobile Schlachtungen und Hofschlachtungen sollen gefördert werden, ebenso die verstärkte Aufzucht im Inland.

„Unser Anspruch ist, dass kein österreichisches Kalb in die Horror-Transporte ins Ausland verladen wird. Viele erleiden Verletzungen während der Fahrt oder sterben unterwegs, am Zielort werden sie misshandelt. Heimische Bauern verkaufen aus existenziellem Druck. Wir brauchen ein System, das die tier- und umweltgerechte Landwirtschaft fördert und Bauern die Existenz sichert“ so Bohrn Mena.

Das Tierschutzvolksbegehren ruft Entscheidungsträger auf, bundesweit nach Lösungen zu suchen. Vor Schnellschüssen wird gewarnt: „Jeglicher Fortschritt im Sinne des Tierwohls muss immer im Einklang mit den Bedürfnissen unserer Landwirte erfolgen, sonst ist er nicht nachhaltig. Ein breiter Diskurs ist daher wichtig und dafür sollte man sich auch die nötige Zeit nehmen“ so Bohrn Mena abschließend.


Foto: Verein gegen Tierfabriken