Schluss mit dem Betrug: Wo Bio draufsteht, muss Bio drin sein!

Bio-Lebensmittel sind tier-, umwelt- und klimafreundlicher. In der biologischen Landwirtschaft gibt es etwa kein Töten männlicher Küken, keine Pestizide, kein genmanipuliertes Futtermittel. Für den Arten- und Klimaschutz ist es besser, da in der Produktion bedeutsam weniger CO2 ausgestoßen wird. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen zu Bio-Produkten greifen – auch in der Gastronomie und in Hotels.

Doch gerade dort gibt es viele „Trittbrettfahrer“, die Bio draufschreiben, dann aber nicht Bio servieren. Möglich macht das eine gesetzliche Lücke, die dazu führt, dass es keine verpflichtende Bio-Zertifizierung durch staatlich akkreditierte Kontrollstellen in Gastronomie und Hotellerie gibt. Ein Problem, das es zu lösen gilt. Deswegen haben „Bio-WirtInnen“ & BIO Austria darauf aufmerksam gemacht. Und wir unterstützen das.

Denn der Bio-Standard erfüllt schon viele Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens, der Griff zu Bio-Produkten ist daher ein wichtiger Beitrag zu einer tier- und umweltgerechten Landwirtschaft. Biologisch erzeugte Lebensmittel sind deutlich tierfreundlicher, so ist etwa das Töten der männlichen Küken ebenso verboten wie der Einsatz genmanipulierter Futtermittel. Auch die Bedingungen bei Platz, Licht und Komfort sind besser.

Sie sind aber auch umwelt- und klimaschonender, was gerade angesichts von Artensterben und Klimakrise immer wichtiger wird. So spart die Bio-Produktion in Österreich jährlich rund 180.000 Tonnen an CO2 ein und wirkt sich durch das Verbot des Einsatzes von Pestiziden weniger schädlich auf Gewässer und Böden aus. Bio mag manchen nicht weit genug gehen, wir sehen das aber als guten nächsten Schritt.

Doch nur wenn Konsumenten wissen, was wirklich drinsteckt, können sie auch eine bewusste Konsumentscheidung treffen. Und wenn Bio draufsteht, muss auch verlässlich Bio drin sein, sonst hat das alles keinen Sinn. Wer sich in Gastronomie & Hotellerie entscheidet mit Bio zu werben, soll sich auch prüfen lassen müssen. Nur so ist sichergestellt, dass hohen Standards entsprochen und vorsätzliche Täuschungen unterbunden werden.

Bislang blockiert die Wirtschaftskammer das Anliegen der Bio-Betriebe, denen ein großer wirtschaftlichen Schaden entsteht. Bio-Betriebe investieren viel Zeit und Geld in die Erreichung der höheren Standards, um für die Konsumenten die beste Qualität anzubieten. Die gesamte Branche gerät in Verruf, wenn Beliebigkeit gelebt wird und Konsumenten keine Sicherheit darüber haben, was letztlich auf ihrem Teller landet.

Wir können in Österreich stolz auf unsere Bio-Betriebe sein und sollten ihnen jede erdenkliche Förderung zukommen lassen – im Sinne der Tiere, der Umwelt und der Gesundheit. Dabei darf es aber nicht bei Sonntagsreden bleiben, sondern muss sich auch in solchen konkreten Schutzmaßnahmen wiederspiegeln. Wenn man das ernst nimmt, dann müssen diese Intransparenz und das Greenwashing aufhören.