Der Tierwohl-Check zur Nationalratswahl 2019

Hunderte Nachrichten erreichten uns in den letzten Wochen – wen kann man bei den Nationalratswahlen wählen, wenn man im Sinne des Tierschutzvolksbegehrens seine Stimme für die Tiere einsetzen möchte? Wir sind strikt überparteilich und politisch unabhängig, können und wollen daher keine Wahlempfehlung aussprechen. Aber wir können uns anschauen, wie die Parteien zu Tierschutz stehen. Und daraus kann man einiges schließen.

In den letzten Wochen haben tausende Menschen im ganzen Land die Kandidatinnen und Kandidaten der aussichtsreichen Parteien mit Mails regelrecht bombardiert und darin nachgefragt, ob sie bereits unser Volksbegehren unterschrieben haben oder es noch vor der Wahl machen werden – und zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Diese Rückmeldungen sind ein guter Indikator dafür, wer es mit dem Tierschutz ernst meint in unserem Land.

Die KandidatInnen der ÖVP haben pauschal und einheitlich geantwortet. Vorlage dafür war offenbar ein Schimmelbrief des Tierschutzsprechers Franz Essl. Darin heißt es, dass einige Punkte des Volksbegehrens unterstützt werden, andere nicht. Wir wissen etwa, dass breite Teile der Volkspartei die Lebensmittel-Kennzeichnung unterstützen, manche aber Weiterentwicklungen in der heimischen Landwirtschaft noch vehement ablehnen. Wir bleiben dran.

Die SPÖ entwickelt sich hingegen immer mehr zur tierfreundlichen Partei. Ganze sieben der zehn Erstgereihten auf der Bundesliste haben das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben, darunter die Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner. Auch in den Bundesländern gibt es in Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Salzburg, der Steiermark und in Oberösterreich einiges an Unterstützung. Von der Basis weg gewinnen Tierschutz & Tierwohl in der SPÖ an Bedeutung!

In der FPÖ ist jetzt mit Philippa Strache eine große Tierfreundin in führender Rolle aktiv, sie hat das Tierschutzvolksbegehren persönlich unterschrieben. Auch in Vorarlberg, Tirol, Niederösterreich und Salzburg gibt’s von den Freiheitlichen einiges an Rückenwind für das Volksbegehren. Von den 10 Erstgereihten hat es bislang jedoch nur ein Kandidat unterschrieben. Ein Anfang ist gemacht, der Weg aber bei den Freiheitlichen noch weit.

Die NEOS können mit dem Tierschutz noch immer nicht sonderlich viel anfangen. Zwar gibt es in einigen Bundesländern engagierte KandidatInnen & Abgeordnete, etwa Beate Emmerling in Wien, doch auf Bundesebene hat unseres Wissens nach nur ein Abgeordneter unterschrieben. Ihre latente Pro-Mercosur-Haltung ist grundsätzlich auch eine Gefahr für den Tierschutz in Österreich. Schade. Wir werden uns weiterhin um die Transparenz-Partei bemühen.

Die Grünen wollen wieder DIE Tierschutzpartei schlechthin werden. Zurück zu ihren Idealen haben sie mit fachkundigen wie couragierten KandidatInnen wie Irmi Salzer, Olga Voglauer und Alexander Rabitsch gefunden. Aber auch 8 der 10 Erstgereihten inklusive Spitzenkandidat Werner Kogler haben unterschrieben und stellen sich zu 100% hinter die Forderungen des Tierschutzvolkbegehrens. Eine sehr positive Entwicklung!

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Bewusstsein über die Wichtigkeit des Tierschutzes in den österreichischen Parteien stark im Steigen befindlich ist – wohl auch wegen des Tierschutzvolksbegehrens. Manche sind bereits gut unterwegs, etwa Grüne und SPÖ, andere brauchen noch etwas „Schub“ von unten, wie die FPÖ. Und bei manchen werden wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen. Machen wir. Denn die Tiere brauchen sie alle!