Katzenleid in Österreich: Das traurige Leben der Streuner

Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass es in Österreich unglaublich viele verwilderte Hauskatzen, sogenannte Streunerkatzen, gibt, die ein unbeschreiblich hartes Leben führen. Sie denken, das ist nur in ländlichen Gegenden so? Nein, keineswegs! Auch in jeder Stadt gibt es große Streunerkolonien, zum Beispiel auf Friedhöfen, in Stadtparks, unbewohnten Häusern und auf Firmengeländen. Dem Wetter schutzlos ausgeliefert, ständig hungrig und auf Futtersuche, von Parasiten wie Würmern, Flöhen oder Ohrmilben befallen, oftmals krank oder verletzt, kämpfen sie täglich ums Überleben.

Unkastriert bekommen Kätzinnen, die im Freien leben, etwa zwei bis drei Mal im Jahr drei bis fünf Junge (meistens mehr weibliche), was sie zusätzlich schwächt Den Nachwuchs, der überlebt, erwartet das gleiche unausweichliche und leidvolle Schicksal. Jeder, der sich mit dem Elend verwilderter Hauskatzen beschäftigt, ob im Verein, oder im privaten Umfeld, weiß unzählige traurige und herzzerreißende Geschichten davon zu erzählen.

Wie kommt es zu verwilderten Hauskatzen?

Ausgesetzte oder entlaufene Tiere, die vielleicht ein bisschen schüchtern oder scheu Menschen gegenüber sind, verwildern. Katzen sind trotz härtester Bedingungen Überlebenskünstler und so kommt es schnell zu großen Streunerpopulationen. Zutrauliche Katzen werden meist rasch aufgegriffen, weil sie die Nähe zu Menschen suchen. Sie sind generell in einem Tierheim bzw. bei einem Verwahrer, also einer vom Land beauftragten Personen oder einem Tierarzt bzw. einer Tierärztin abzugeben, damit ein Halter die Möglichkeit hat sein Tier wiederzufinden. Wird am Heimatbauernhof die Population zu groß und es ist nicht mehr genügend Nahrung vorhanden oder es werden die Jungen getötet, wandern Katzen ab und versuchen einen neuen Lebensraum zu finden. So entsteht dann irgendwo anders wieder eine neue Streunerpopulation.

Leider gibt es immer noch auf vielen Bauernhöfen unkastrierte Katzen, um die sich nicht ordentlich gekümmert wird und die sich laufend vermehren. Die Jungtiere haben keinen Bezug zu Menschen und sind scheu oder wild, viele sterben qualvoll an Unterernährung, Parasitenbefall oder schweren Infektionskrankheiten wie Katzenschnupfen, Katzenseuche, FIP oder Leukose. Und es ist auch immer noch traurige Wahrheit, dass viele Katzen getötet werden. Meistens die Neugeborenen, aber auch ältere Jungtiere und ebenso erwachsene Katzen.

Dies widerspricht nicht nur einem zivilisierten Umgang mit Lebewesen, es ist laut Tierschutzgesetz auch verboten und strafbar. Den Muttertieren werden dadurch ungerechtfertigte Leiden und gesundheitliche Schäden zugefügt, wie Trauer wegen des Verlusts der Jungen und Milchstau. Sie werden schnell wieder rollig bzw. trächtig und gebären dadurch öfter. Außerdem werden damit auch Landwirte diskreditiert, die sich gut um ihre Katzen kümmern. Diese schämen sich sogar oft für ihresgleichen – vor allem aber wirft es ein schlechtes Licht auf alle Bauern.

Ehrenamtlich gegen den Katzenwahnsinn

Die oft noch vorhandene Meinung, die selbst manche Tierärzte und -ärztinnen noch vertreten, dass eine Katze erst rollig gewesen sein muss, oder sogar Junge gehabt haben soll, um eine Kastration durchführen zu können, ist längst überholt und veraltet. Aber dadurch wird von privaten „Hobbyvermehrern“ ebenfalls noch Katzennachwuchs produziert und wahllos verschenkt. Aber nicht jeder, der sich von ihnen ein Kätzchen holt, ist ein verantwortungsvoller Halter! Vielen ist leider nicht klar, dass eine Katze Zeit und Geld kostet und die Bedürfnisse einer artgerechten Haltung zu erfüllen sind. Auch haben diese Tiere eine Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren und man muss es sich gut überlegen, ob man sich für so einen langen Zeitraum binden will.  

Auch die Aussage, ein Kater müsse erst mit dem „Markieren“ anfangen um kastriert werden zu können, ist nicht richtig. Aber ganz eigenartig ist der Irrglaube, eine kastrierte Katze würde keine Mäuse mehr fangen …

Da es von offizieller Stelle keinen aktiven Tierschutz gibt, kämpfen viele Menschen meist ehrenamtlich gegen den Katzenwahnsinn an, oft bis zur völligen emotionalen Erschöpfung und am Limit der gesundheitlichen Belastbarkeit. Aber es ist leider ein absolut aussichtsloser Kampf, weil die Katzen-Kastrationspflicht, welche es seit 2005 gibt, aufgrund schwammiger und lückenhafter Formulierungen völlig wirkungslos ist und einen Vollzug in der Praxis unmöglich macht. Durch die katastrophale Neufassung des Zuchtparagraphen 2017 kam es dann auch noch zu einer drastischen Verschlimmerung der Situation und dadurch wurde die unkontrollierte Vermehrung gesetzlich abgesichert!

Überfüllte Tierheime und ständig wachsende Streunerkolonien beweisen die Problematik der unkastrierten Katzen! All jene Personen, die tagtäglich mit der misslichen Lage der Tiere konfrontiert sind, wünschen sich dringend eine Neuregelung der Bestimmungen, da der aktuelle Zustand unmöglich weiterhin tragbar ist. Praxisorientierte Lösungsvorschläge liegen dem Bundesministerium vor und es ist jetzt an der Politik, rechtliche Grundlagen zu schaffen und notwenige Schritte für die Umsetzung einzuleiten, um das Katzenelend in Österreich wirksam, nachhaltig und tierschutzkonform einzudämmen.

Ist es möglich, mit dem TSVB einen neuen Weg einzuschlagen und das sinnlose Leiden und Sterben unzähliger Katzen zu verhindern? Wenn Sie daran glauben … unterschreiben Sie!


Text von Marion Wagner, ehem. “Katzenfreunde Salzburg”


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