Gestorben für die Mülltonne

Beinahe alle Reihen, geschätzt 35 Kilogramm Fleisch von Schweinen, Kühen, Hühnern und Puten, sind bereits mit 50%-Stickern beklebt. Ablaufdatum: 25.12. Es wird voraussichtlich so gut wie alles morgen in der Mülltonne landen. In dem verhältnismäßig kleinen Supermarkt, fast schon am Stadtrand von Graz, wird das bis zum Ladenschluss am morgigen Weihnachtstag um 13:00 Uhr wohl kaum mehr verkauft.

Natürlich erkundige ich mich bei der Filialleiterin, wie ich dabei unterstützen kann, dieses Fleisch vor der Mülltonne zu retten. Sie nimmt sich Zeit, mir zu erklären, dass sie es nicht spenden darf. Man habe zwar Verträge zur Lebensmittelweitergabe mit diversen sozialen Einrichtungen, Fleisch sei da aber dezidiert ausgenommen. Sie hofft, dass man das noch verkaufen wird bis morgen Mittag. Dem Verkaufsteam mach ich keinen Vorwurf und bitte euch, das auch nicht zu tun – VerkäuferInnen haben einen stressigen Job, besonders um Weihnachten.

Dieses Bild verdeutlicht so eindrücklich, dass Konzerne anders mit den wertvollen Ressourcen umgehen müssen, die ihre Regale (oft unnötig) füllen und dass die Politik entsprechende Gesetze machen muss. Das da sind Tiere, die einfach nur für die Mülltonne gestorben sind.

Und auf der anderen Seite gibt es Leute, die es sich nicht leisten können, morgen ein schönes Weihnachtsessen auf dem Tisch zu haben. Ich will da eine Lösung finden und bin überzeugt, wir kriegen das gemeinsam hin, dass Fleisch nicht wertlos im Müll endet, sondern Menschen an Weihnachten eine Freude macht. Wie schaut’s aus, BILLA?


Dieser Kommentar stammt von Tina Wirnsberger, Trainerin für nachhaltige Wirtschaft & Politik und ehemalige grüne Stadträtin in Graz.


Jetzt kostenfrei Newsletter abonnieren:

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und verstanden


Einzelspende

Pflichtfelder sind mit einem roten Stern markiert. *
Zahlungsmethode auswählen
Persönliche Informationen

Aufnahme in den Infoverteiler

Spendensumme: 50,00€